Kann eine Erbse kichern? Oder warum uns die Kichererbse ein Lächeln zaubern kann

Wissenswerte Informationen zur Kichererbse

A plate of mixed salad with a sliced tomato and a piece of bread, isolated on a white background.

Mit dem Verb „kichern“ hat die Kichererbse wenig zu tun. Vielmehr verdankt die Hülsenfrucht ihren Namen dem lateinischen Wort für Erbse (cicer). Aus dem Althochdeutschen Wort „kihhira“ abgeleitet, entstand daraus im Laufe der Zeit das Wort Kichererbse. Botanisch gesehen gehört die Kichererbse ebenso wie Erbsen, Linsen und Bohnen zur Familie der Schmetterlingsblütler. Weil es sich letztendlich bei der Kichererbse um die Samen einer Pflanze handelt, wäre die präzisere Bezeichnung Kichererbsensamen.
Gut gedeihen kann die Hülsenfrucht hauptsächlich in subtropischen Gebieten wie beispielsweise in Indien, Nordafrika oder dem Mittelmeerraum. Der milde und leicht nussige Geschmack der Kichererbse passt zu vielerlei Gerichten und ist eine wichtige Zutat in der orientalischen sowie mediterranen Küche.
Besonders gefragt sind Kichererbsen aufgrund des hohen Gehalts an Eiweiß, gerade auch bei Vegetariern und Veganern. Erwähnenswert sind an dieser Stelle die essenziellen Aminosäuren Lysin und Threonin. Auf diese ist der Körper zum Aufbau von Proteinen angewiesen.

Reichlich enthalten sind auch Ballaststoffe, die die Verdauung fördern und für eine lange Sättigung sorgen. Das in geringen Mengen enthalten Speicherkohlenhydrat Raffinose kann bei empfindlichen Menschen zu unangenehmen Blähungen führen. Aufgrund einer ungenügenden Spaltung der Raffinose (Dreifachzucker) im Dünndarm gelangt diese in den Dickdarm, wo Darmbakterien unter Gasbildung den Ballaststoff verstoffwechseln.
Zwar sind die Kichererbsen nicht gerade energiearm, enthalten dafür aber viele wertvolle Inhaltsstoffe wie eine Reihe von B-Vitaminen, Vitamin K, C und E sowie Kalzium, Magnesium und Zink in relevanten Mengen. Für Vegetarier und Veganer stellt die Hülsenfrucht zudem eine gute pflanzliche Eisenquelle dar. Dabei ist der Eisengehalt in getrockneter Form in etwa dreimal so hoch wie der der Kichererbsen in Konserven. Allerdings muss bedacht werden, dass es bei der Zubereitung zu Nährstoffverlusten kommt.
Kichererbsen sind aufgrund des enthaltenen Giftstoffs Phasin keines Falls zum rohen Verzehr geeignet. Nur durch Hitzeeinwirkung sprich Kochen wird der Giftstoff endgültig unwirksam gemacht.
Angeboten werden Kichererbsen ganzjährig in jedem gut sortierten Supermarkt in getrockneter oder vorgegarter Form (Konserve oder Glas), mancher Orts auch als Kichererbsenmehl. Ebenso ist die Hülsenfrucht in ausländischen Lebensmittelgeschäften erhältlich.

Verschiedene Hülsenfrüchte auf Porzellanlöffeln

Als wahres Multitalent erweist sich die Kichererbse in ihrer Zubereitung. So stehen aus der internationalen Küche viele traditionelle Gerichte zur Verfügung. Zum Beispiel püriert als Hummus, der als Aufstrich eine wunderbare Alternative zu Käse und Wurst ist. Das Püree kann ebenso für Falafel (frittierte Kichererbsenbällchen) oder als Basis von Dips genutzt werden. Aber auch für die Zubereitung von Suppen, Eintöpfen, Salaten oder als Beilage in Gerichten passt die Hülsenfrucht sehr gut. Und wer eine gesunde Snackvariante sucht, greift zu gerösteten Kichererbsen (möglichst ungesalzen). Eine weitere Idee lässt sich in der italienischen Küche finden. Dort werden Pfannkuchen (Farinata) mit Kichererbsenmehl hergestellt.
Die Zubereitung von getrockneten Kichererbsen braucht etwas Zeit. Es empfiehl sich hierbei, die Kichererbsen vorher (am besten über Nacht) in ausreichend kaltem Wasser einzuweichen, um die Garzeit zu verringern. Aufgrund des Quellvermögens der Kichererbsen wird bei diesem Vorgang eine ausreichend große Schüssel benötigt. Anschließend das Einweichwasser verwerfen. Nun können die eingeweichten Kichererbsen in einem Topf mit frischem Wasser für ungefähr 1-2 Stunden fertig gegart werden.
Schneller geht die Zubereitung mit Kichererbsen aus dem Glas oder der Dose. Sie sind bereits vorgegart und müssen nur noch vor dem Gebrauch in ein Sieb gegeben und abgespült werden.
Um die Qualität der Produkte möglichst lange zu erhalten, die getrockneten Kichererbsen sowie das Kichererbsenmehl am besten trocken lagern und vor feuchter Wärme schützen, vor allem bei bereits geöffneten Packungen. Sinnvoll ist außerdem eine Prüfung des Inhaltes auf eventuell verdorbene oder mit Wurmlöchern durchzogene Exemplare. Bei Konserven gilt die übliche Empfehlung: kühl und trocken lagern und vor Beschädigung schützen. Geöffnete Dosen idealerweise in eine Schüssel oder in ein Glasschälchen umfüllen und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und möglichst rasch verzehren.
Mit seinen vielen wertvollen Inhaltsstoffen und den unzähligen Zubereitungsvarianten kann die Kichererbse uns durchaus – ganz unabhängig von ihrem Namen – ein Lächeln auf die Lippen zaubern.